Von Hippedihop bis Klackediklack

In bald mehr, bald weniger an szenisches Spiel grenzenden Miniaturen gestaltet sich so die erste Hälfte des Abends. Den Beginn der zweiten Hälfte markiert erneut eine Box: eine schwarze Schuhschachtel diesmal, die unversehens vom Bühnenhimmel fällt. Darin sind Daniel Boraks Steppschuhe versteckt, gegen die dieser nun flugs seine Sneaker austauscht. Spielerisch probt er die ersten Schritte, rutscht aus, stampft auf; merkt, wie sich mit den Metallsohlen ein Beat tanzen lässt. Schon dirigiert er brillant steppend die Bewegungen dreier Tänzer, jagt sie quer über die Bühne, lässt sie hinfallen, sich verrenken. Als buchstäbliche Gegenstimme tritt ihm da Marcina de Almeida entgegen, die seine Steppschritte mit Scat-Silben und allerlei Zwitschertönen abwechselnd begleitet, unterbricht, konterkariert. Zuletzt machen sich die restlichen Ensemblemitglieder an der Kiste zu schaffen, verwandeln sie trommelnd und tretend zum Schlaginstrument. Erst der Choreograf William Bembery bereitet dem entfesselten Perkussionsgewitter ein launig-autoritäres Ende.

via NZZ